Sammeln: Lerntagebuch und Visualisierung

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Sammeln und Dokumentieren


Portfolioarbeit wird für Sie dann Nutzen bringen, wenn Sie anfangen Erfahrungen und Erlebnisse zu sammeln und zu dokumentieren. Diese können Sie u. a. für die Verknüpfung der Theorie mit Ihrer Praxis verwenden. Denken Sie daran, dass es nicht um ein wahlloses Sammeln von Artefakten geht, sondern vielmehr um eine reflektierte und begründete Auswahl, die für Sie persönlich einen Wert hat.

Dokumentieren Sie im Laufe Ihrer Lernprozesse spontane Eindrücke (das können einfache Situationen oder interessante und überraschende Momente sein), indem Sie Einträge erstellen und Ihre spontanen Eindrücke schriftlich festhalten, ein Foto, Audio- oder Videoaufnahmen hochladen. Notieren Sie sich, was, wem, wann, wo und unter welchen Umständen passiert ist, damit Sie später den Kontext der Entstehung einfacher erinnern können. Schauen Sie sich Ihre Einträge nach einigen Wochen an und überlegen Sie sich wichtige Aspekte anhand folgender Fragen:

  1. Was hat das Erlebnis mit Ihren bisherigen Erfahrungen zu tun? Was hat Sie bewegt, dieses Erlebnis zu notieren? Was war das Besondere?
  2. Welchen Einfluss hat das Ereignis auf Ihr zukünftiges Handeln?
  3. Welches Lernziel und welche Inhalte des Lernprozesses lassen sich darauf beziehen?
  4. Was ziehen Sie für sich und Ihre berufliche Praxis aus diesem Ereignis?
  5. Welche Fragen ergeben sich für Sie, die Sie gerne näher betrachten möchten?

Eine systematische Form des Sammelns und Dokumentierens bildet das Lerntagebuch.

 

Lerntagebuch


Im Lerntagebuch halten Sie Ihre täglichen oder wöchentlichen Eindrücke fest, die mit dem Lernprozess zu tun haben. Dabei ist es im ersten Momement nicht wichtig, einen ausgearbeiteten Text zu formulieren. Das Festhalten von Eindrücken kann auch stichpunktartig erfolgen. Es ist jedoch zu empfehlen, Situationen und Eindrücke umfassend zu beschreiben, da die Rekonstruktion nach einiger Zeit nicht mehr einfach fallen wird, wenn Sie nur Stichpunkte formuliert haben.
Das Lerntagebuch ist eine Möglichkeit Ihren indivudellen Lernweg über einen längeren Zeitraum zu dokumentieren. Es besteht aus regelmäßig verfassten Aufzeichnungen, die Ihre Erfahrungen im Lernprozess aus einer subjektiven Perspektive festhalten. Zusammen mit den sonstigen Einlagen des Portfolios bilden die Einträge des Lerntagebuchs einen systematischen Zugang zum eigenen Lernprozess.

 

Lerntagebuch
Lerntagebuch

 

Wenn Sie Schwierigkeiten haben, mit dem Lerntagebuch anzufangen, können Sie folgende Leitfragen dafür nutzen:

  • Welche Inhalte sind mir so wichtig, dass ich sie gerne behalten möchte?
  • Kann ich diese kurz und prägnant beschreiben / erklären / definieren?
  • Welche Aspekte des Gelernten fand ich interessant, nützlich, überzeugend, und welche nicht? Warum?
  • Fallen mir Beispiele aus meiner eigenen Erfahrung ein, die das Gelernte illustrieren, bestätigen, oder ihm widersprechen?
  • Wie steht das Thema mit den bisherigen Themen des Seminars in Zusammenhang?
  • Sind mir Bezüge und Anknüpfungspunkte zwischen dem Thema der Stunde und aus anderen Fächern/ Seminaren/ Vorlesungen aufgefallen?
  • Welche weiterführenden Fragen wirft das Gelernte auf? Regt es mich zu Gedanken an, die über den Stoff im engeren Sinne hinausführen?
  • Welche Aspekte des Gelernten kann ich bei gegenwärtigen oder zukünftigen Tätigkeiten selber nutzen? Wie könnte eine solche Nutzung aussehen?
  • Welche Fragen blieben offen? Was erschien mir unklar oder auch falsch?

Nutzen Sie das Lerntagebuch, um Ihren eigenen Lernprozess zu dokumentieren. Die Concept Maps bzw. eine andere Form der Visualisierung verwenden Sie, wenn Sie Ihr Wissen darstellen möchten. Verwenden Sie zur Erstellung des Lerntagebuchs die Blog-Funktion von Mahara. Der Blog ist nur Ihnen zugänglich, auch wenn die Funktion „veröffentlichen“ heißt.

Visualisierung und Concept Maps


Concept Maps eignen sich zur individuellen Darstellung von Zusammenhängen, z. B. in Bezug auf Fachsystematiken oder Berufsstrukturen. Mittels der Maps werden individuelle Wissensrepräsentation visualisiert und somit Feedback und inhaltlichen Diskussionen zugänglich gemacht. Indem die Methode regelmäßig im Studium oder einzelnen Seminaren angewendet wird, können vertiefte Lernprozesse durch formatives Feedback gefördert werden. In Anlehnung an die Portfolioarbeit können diese Maps über den Studienverlauf hinweg gesammelt werden und sind somit auch im Anschluss an die jeweilige Veranstaltung abrufbar.

Ziele:

  • Visualisierung individueller Wissenskonstruktionen
  • Unterstützung des Verständnisses von Systematiken und Strukturen durch formatives Feedback
  • Verzahnung von Fachsystematik und beruflichen Strukturen
  • Ihnen die Vorbereitung auf Prüfungen zu erleichtern

Die folgende Abbildung zeigt Ihnen einen Ausschnitt einer Concept Map, die die Fachsystematik und Berufsstrukturen im Bereich Audio-/ Videoproduktion aufzeigt.

Concept Map Beispiel
Concept Map Beispiel

 

Für die Erstellung einer Concept Map eignet sich das freie Tool draw.io, das Sie im Browser oder als Desktopanwendung verwenden können.